• A
  •  | 
  • A
  •  | 
  • A
  •  | 
  • drucken

Individuelle Förderung

Was verstehen wir unter individueller Förderung?

Individuelle Förderung ist für uns ein grundlegendes pädagogisches Prinzip. Um die Lernausgangslage genau zu erfassen, werden zunächst  folgende Kernpunkte ermittelt:

  • Feststellung der individuellen Fähigkeiten einer Schülerin und eines Schülers durch Selbst- und Fremdeinschätzung,
  • Feststellung des Lerntempos und des Leistungsstandes des einzelnen durch genaue Beobachtung und Rücksprache mit der Grundschule,
  • Entwicklung von Formen der inneren und äußeren Differenzie-rung,
  • Ermöglichung von Teamteaching in einzelnen Stunden.
Individuelle Förderung

Die Lehrkraft versteht sich als Lernbegleiterin/ -begleiter, die den individuellen Lernprozess des einzelnen organisiert und betreut. Um dieses Prinzip möglichst effektiv umzusetzen, wird seit zwei Jahren darauf geachtet, dass in einer Klasse möglichst wenige Lehrerinnen und Lehrer mit möglichst vielen  Stunden und einem hohen Fächeranteil unterrichten. Das erleichtert die Absprachen  der Lehrkräfte untereinander. Für die Schülerinnen und Schüler bedeutet es, sich auf wenige Lehrerinnen und Lehrer einlassen  zu müssen.

In den Bereich individuelle Förderung fällt für uns auch ein sozialer Aspekt: Die Schule bietet in den Nachmittagsstunden zunächst ein Mittagessen in familiärer Atmosphäre und anschließend  eine einstündige Hausaufgaben-betreuung an. Hier können mögliche Schwächen einer Schülerin oder eines Schülers erkannt und in Absprache mit den Fachkollegen überlegt werden, welche Fördermaßnahmen in die Wege geleitet werden müssen. Dabei ist es uns wichtig, dass  die Schüler unserer Schule lernen, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen:

Schülerinnen und Schüler aus der zehnten Klasse 

  • helfen Fünft- und Sechstklässlern  nachmittags bei den Hausaufgaben,
  • erklären sich bereit als Streitschlichterin oder als Streitschlichter zu fungieren oder
  • beim "Dötscher-Dienst" zu helfen.

 

Individuelle Förderung durch Feststellung der Lernausgangslage

Um angemessen den Lernstand und den Lernbedarf einer Schülerin oder eines Schüler zu ermitteln, benötigt man gute Kenntnisse über das Kind und seiner Lebensumwelt. Intensive Beobachtungen des Kindes im Unterricht, Gespräche mit den Eltern oder den Grundschullehrerinnen und –lehrer sowie Gespräche der Lehrkräfte in den Erprobungsstufenkonferenzen helfen die Schülerin bzw. den Schüler kennen zu lernen und einzuschätzen. Dabei ist es uns wichtig, nicht die Defizite eines Kindes aufzuzählen, sondern den aktuellen Wissenstand zu beurteilen. So wird auch immer das Gespräch mit der Schülerin und dem Schüler gesucht, um deren eigene Einschätzung mit in die Lernausgangslage einzubeziehen.

Individuelle Förderung als Teil unseres Erziehungsauftrages

Unser Erziehungsauftrag ist in den letzten Jahren zunehmend in den Mittelpunkt getreten. Verhaltensauffälligkeiten und Lernschwächen prägen unseren Alltag und zwingen uns, uns mit den Ursachen auseinander zu setzen. Deshalb ist die individuelle Förderung ein wichtiger Teil unseres Erziehungskonzeptes. Dazu gehört auch die Schaffung eines angenehmen Lernklimas sowohl für den Lernenden als auch für den Lehrenden, denn erst wenn sich jeder wohl und angenommen fühlt, ist Lernen möglich.

Neben einem angenehmen Klassenklima und einer angemessenen Klassenraumgestaltung ist auch die gesamte Schulatmosphäre von großer Bedeutung. Gegenseitige Achtung innerhalb der Schülerschaft und des Kollegiums sowie auch zwischen Lehrern und Schülern ist eine Voraussetzung für angstfreies Lernen. Dazu gehört auch ein entschlossener Umgang mit Konflikten und einer aktiven Konfliktlösung (z.B. Streitschlich-tung).

Individuelle Förderung im Unterricht

Die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen erfordern von allen Kolleginnen und Kollegen neue Wege zu gehen. Individualisiertes Lernen bedeutet für uns die Anerkennung, dass

  • das Lernen nicht linear verläuft,
  • äußere Bedingungen das Lernen erschweren können und deshalb Berücksichtigung finden müssen,
  • jeder in einem unterschiedlichen Tempo lernt,
  • Schülerinnen und Schüler Stärken zu unterschiedlichen Zeiten entwickeln.

In einem solchen Unterricht nehmen die Schülerinnen und Schüler selbstverantwortlich am Unterricht teil.  Sie lernen ihre eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten einzuschätzen und Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.

Folgende Unterrichtsmethoden eignen sich dafür besonders:

  • kooperative Lernformen
  • Wochenpläne
  • Stationenläufe
  • Projektarbeit
  • Gesprächskreise
  • Gruppenarbeiten.

 

Individuelle Förderung in der äußeren Differenzierung

In bestimmten Bereichen ist eine zusätzliche äußere Differenzierung wichtig:

  • Förderung in „Deutsch als Zweitsprache“ für Kinder mit Migrationshintergrund
  • Förderung im Bereich der "Lese-Rechtschreibschwäche"
  • Förderung für Schülerinnen und Schüler, die das Klassenziel möglicherweise nicht erreichen
  • Förderung in der Hausaufgabenbetreuung
  • Förderung durch die Teilnahme an Wettbewerben (z.B. Matheknobeln, Lese- und Malwettbewerb)
  • Teilnahme an einem Niederländisch-Kurs am Nachmittag.

 

Individuelle Förderung in Teamteaching-Stunden

In den ILG-Klassen findet in den Hauptfächern regelmäßig und in den Nebenfächern bei Bedarf Teamteaching mit der Förderschullehrkraft statt. Obwohl sich die Förderschullehrerin hauptsächlich um die Schülerinnen und Schüler mit einem Förderbedarf kümmert, ist sie auch Ansprechpartnerin für alle anderen in der ILG-Klasse.

Falls es das Stundenkontingent der Schule zulässt, findet in den Hauptfächern stundenweise Teamteaching statt, um insbesondere Schülerinnen und Schüler mit Lern- oder Sprachschwächen zusätzlich zu fördern.

Qualitätssicherung und Evaluation der individuellen Förderung an unserer Schule

In den fünften und sechsten Klassen wird der Lernstand eines jeden Schülers in den Erprobungsstufenkonferenzen und in regelmäßigen Gesprächen der Lehrerinnen und Lehrer evaluiert.  In den achten Klassen ermöglichen die Lernstandserhebungen  einen Vergleich und ermitteln einen aktuellen Stand über die Stärken und Schwächen des Einzelnen in den Hauptfächern. Die Ergebnisse werden analysiert und Konsequenzen für den weiteren Unterricht gezogen. Darüber hinaus findet ein regelmäßiger Austausch zwischen den Kolleginnen und Kollegen statt.

Unser Konzept zur individuellen Förderung wird einmal pro Halbjahr während einer Lehrerkonferenz diskutiert und aktualisiert.

Formulare & Dokumente