Migrantenförderung

Angepasstes Förderkonzept zur Integrationshilfe an der Annette–von–Droste-Hülshoff-Schule in Ahaus für das Schuljahr 2009/2010

Deutsch ist Unterrichtsfach und Unterrichtssprache. Defizite in diesem Bereich wirken sich negativ auf die gesamte Schulkarriere aus. Aufgabe des schulischen Förderunterrichts ist es, Schüler/innen mit Migrationshintergrund sprachliche Unterstützung und integrative Hilfen zu geben.

Die meisten Migranten und Migrantinnen unserer Schule sind in Deutschland geboren und aufgewachsen. Fast alle Migranten unserer Schule sprechen zu Hause ihre Muttersprache. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Varianten der Sprachvermischung, vor allem im Bereich der Verwendung von Präpositionen und Artikel. Insgesamt gibt es unterschiedliche Deutschkenntnisse. Unsere Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund kommen zurzeit aus dem Libanon, aus Palästina, aus der Türkei, aus Albanien, aus Thailand und aus den Niederlanden. Alle sprechen Deutsch, allerdings in einer Form, die nicht unbedingt dem Hochdeutschen entspricht, z. B. in einer grammatisch reduzierten Sprache, die auf Artikel oder Präpositionen verzichtet. Probleme gibt es z. T. auch beim sinnerfassenden Lesen und in der schriftlichen Textproduktion, hier vor allem im Bereich der Syntax. Eine Diagnose der sprachlichen Leistungen ist schwierig.

Beobachtungen ergeben spezifische sprachliche Probleme der Kinder mit Migrationshintergrund:

  • falsche Verwendung der Artikel

  • falsche Verwendung von Dativ und Akkusativ
  • Unsicherheiten in der Rechtschreibung
  • Fehler in der Syntax
  • Probleme bei der Verwendung des Präteritum
  • Probleme beim Verfassen von Texten
  • Probleme beim sinnerfassenden Lesen

Neben den Langzeitbeobachtungen wird ein Sprachstandtest für die 5. Klasse (s. Anlage) zur Unterstützung der Förderdiagnostik hinzugezogen.
In der Sekundarstufe I gibt es einen Mangel in der sprachlichen Vermittlung in den Unterrichtsfächern, die keine Sprachfächer sind. Beim Umgang mit Fachtexten und beim Erstellen eigener Texte reichen oftmals die guten umgangssprachlichen Fähigkeiten nicht aus. Es werden dann fälschlicherweise Probleme im abstrakten Denken bei den Schülern vermutet. Hier muss die Schule eine Verknüpfung von Fachunterricht und Sprachförderung erreichen, um eine Benachteiligung von Kindern der Migranten abzubauen. Denn die Fachsprache der Schule kann nur in der Schule selbst erlernt werden. Neben dem reinen Sprachunterricht, der am Vormittag stattfindet, werden daher auch situationsbezogen aus der Erfahrungswelt der Schüler/innen alle Fragen, Probleme und Schwierigkeiten, die eine Integration für Kinder mit Migrationshintergrund in Schule und Alltagsleben bedeutet, angesprochen. Dieser Teil des Förderunterrichts( 2 Stunden) wird nach Unterrichtsschluss im Anschluss an eine Mittagspause in der sog. 7. Stunde von 14.00 bis 15.00 Uhr erteilt. Neben dem Sprachunterricht geht es hier um folgende Schwerpunkte:

  • Sprachförderung zum Aufbau von Basiskompetenzen

  • Anleitung zur Teilnahme an allen schulischen Veranstaltungen
  • Erklärung verschiedener Rundschreiben, z.B. Elternsprechtage oder Klassenfahrten betreffend
  • Information und Aufklärung über Schulordnung und Schulregeln
  • Hilfestellung bei der Suche nach einer Praktikumsstelle
  • Betreuung bei der Erstellung der Praktikumsmappe und der Bewerbungsunterlagen
  • Erweiterung der Computerkenntnisse: Schreiben in Word, Recherchen im Internet
  • Kontrolle und evtl. Ausstattung mit Büchern und fehlenden Heften

Ein Schüler der Klasse 10B kam im April 2007 aus Thailand als sog. ‚Seiteneinsteiger‘ in die 7. Klasse. Als Seiteneinsteiger verstehen wir die Kinder, die neu aus dem Ausland nach Deutschland kommen. Bei seiner Ankunft sprach er kein Wort Deutsch. Zurzeit wird er eine Unterrichtsstunde / Woche im Einzelunterricht gefördert, zusätzlich besucht er freiwillig die Gruppen am Nachmittag.

Ziel unserer Arbeit sind neben Spracherwerb und Integration die Reduktion von Nichtversetzungen, Vermeidung von Schulabgängen ohne Abschluss, bzw. die Steigerung qualifizierter Abschlüsse.