Streitschlichter
Gewaltpräventation an unserer Schule
Streitschlichter/Pausenkonfliktberatung
Ausbildung von Streitschlichtern/Schülerkonfliktlotsen
Das Konzept zur Ausbildung von Schülerkonfliktlotsen unterteilt sich in 6 Stufen, die aufeinander aufbauend erarbeitet und in Rollenspielen eingeübt werden.
Vorbereitung der 1. Stufe:
Bevor begonnen wird in die einzelnen Ausbildungsstufen einzusteigen, wird der Unterschied zwischen Mediation und Gerichtsverhandlung mit den Schülern geklärt und voneinander abgegrenzt werden.
1. Stufe: Regeln erklären
Die Schülerkonfliktlotsen erklären den am Konflikt beteiligten Schülern folgende Regeln:
- Alle Personen, die an der Konfliktlösung beteiligt sind, haben Schweigepflicht.
- Die Konfliktlotsen sind nicht parteiisch.
- Man muss einander aussprechen lassen.
- Man darf sich nicht gegenseitig beleidigen.
- Man muss sachlich und vor allem ehrlich sein.
2. Stufe: was ist passiert?
- In Rollenspielen wird deutlich, dass es mehrere "wahre" Versionen eines Vorfalls gibt, je nachdem aus welcher Sicht der Konflikt geschildert wird.
3. Stufe: Wie hast du dich gefühlt?
- Bei dieser Stufe ist es wichtig, den Konfliktpartnern gegenseitig die Gefühlsverletzung zu verdeutlichen.
4. Stufe: Was war vor dem Streit?
Zusammen mit den Schülern sollen Hilfsfragen entwickelt werden, die zur Konfliktherstellung beitragen. Die Reihenfolge der Fragen spielt eine wichtige Frage.
- Seid ihr miteinander befreundet?
- Geht es dir nicht gut?
- Hast du Ärger in der Schule?
- Hast du Ärger zu Hause?
- Gibt es etwas, was du uns nicht erzählen kannst?
5. Stufe: Lösungsvorschläge:
Ist die Konfliktursache gefunden, geht es darum, Lösungen vorzuschlagen, wie der Konflikt beigelegt werden kann. Wichtig ist hierbei, dass beide Konfliktpartner dazu beitragen und eigene Vorschläge einbringen. Hierbei geht es aber nicht um eine Wiedergutmachung, da grundsätzlich die Annahme besteht, dass jeder der Konfliktpartner seinen Teil zum Konflikt beigetragen hat. Es geht um die Frage, was jeder von beiden bereit ist zu tun, um den Konflikt zu beenden. Verschiedene Rollenspiele helfen zur Erarbeitung von Lösungsvorschlägen.
6. Stufe: Vertrag/Nachtreffen:
In der letzten Stufe geht es um die Dokumentation des Konflikts mit den erarbeiteten Lösungen. Zwischen den Streitparteien wird ein Abkommen getroffen und mit Unterschrift bestätigt. Sollte es nötig sein, wird gleichzeitig ein Termin für ein Nachtreffen vereinbart und den Schülern als kleines Denkkärtchen ausgehändigt.
Im Nachtreffen geht es darum zu erfragen, was sich seit dem Konflikt verändert hat und ob der Streit beendet ist oder eine weitere Mediation notwendig ist. Auch hierfür gibt es eine schriftliche Dokumentation, die von beiden Parteien unterschrieben werden sollte.
Zur Zeit besuchen 15 SchülerInnen die Streitschlichterausbildung. Sie erarbeiten dort die einzelnen 6 Stufen des o.g. Konzepts, haben aber auch die Möglichkeit, selbst erlebte Konflikte im Rollenspiel darzustellen, in andere Rollen zu schlüpfen und dann beispielhaft nach Lösungen zu suchen.
Zum Ende des Schuljahresjahres zeigen die SchülerInnen , ob sie in der Lage sind, einen gespielten Konflikt zu lösen und dabei die Stufen der Mediation anzuwenden. Sind sie dazu in der Lage, können sie im darauf folgenden Schuljahr in der Konfliktberatung eingesetzt werden. Hierbei werden sie weiterhin von einem Lehrer betreut.
Die Ausbildung richtet sich an alle SchülerInnen in der Klasse 9.
